Vereinsfahrt nach Wutha Farnroda

Wutha Farnroda, eine beschauliche Gemeinde am Hörselberg im Thüringer Wald, ist seit 1991 Partnergemeinde unserer Gemeinde Weimar. Der MGV Niederweimar hatte damals Kontakt mit dem Petkus-Chor Wutha-Farnroda aufgenommen und bis zu dessen Auflösung der Petkus-Werke gemeinsame Treffen mit diesem Chor unternommen. Nun sollte ein Besuch unseres Chores, anlässlich des Backhausfestes in Wutha-Farnroda stattfinden, um die Partnerschaft wieder etwas zu beleben.

Auf der Hinfahrt ließ uns das Wetter nichts Gutes erahnen; aber Hans Schneider sorgte mit seinen Berichten über seine Zeit nach der Wende im Rathaus Wutha-Farnroda, als finanzberatender Mitarbeiter, schnell für Kurzweile und bald hatten wir Eisenach, unserer ersten Station, erreicht.
Unsere Chorleiterin war uns vorausgeeilt und erwartete uns schon vor der Georgenkirche, die Kirche, in der Johann S. Bach getauft und mit seinen Eltern gewirkt hat. Eine Stadtführerin erklärte uns die schmiedeeiserne Eingangspforte mit dem eingearbeiteten Bachsiegel und auf der anderen Seite die Lutherrose. Das Rathaus steht auf einem ehemaligen Weinkeller, in dem früher der saure bis sehr saure Wein, wie sie sagte, gelagert wurde. Ein in die Wand eingearbeitet Ellenmaß und der Befestigungsring für den Pranger fand mit all seinen amüsanten Geschichten große Aufmerksamkeit bei allen Anwesenden. Nach einem Besuch des Luthergymnasium, ein ehemaliges Dominikanerkloster, in dem Luther und später J. S. Bach einige Jahre die Lateinschule besuchten, durften wir auf einer Stadtrundfahrt einen Blick auf das „Bachhaus“ werfen.

Nun ging es weiter nach unserem eigentlichen Ziel. Im Gasthaus Grundhof in Wutha, warteten schon das Mittagessen und die Thüringer Knödel auf uns. Hier hieß uns nun Bürgermeister Gieß herzlich willkommen und wir trafen ihn anschließend zu einer Besichtigung des Feuerwehrhauses am Rathaus wieder. Die Gemeinde Weimar hatte 1990 nach der Wende gebrauchte Feuerwehrfahrzeuge der Gemeinde Wutha überlassen. Einstweilen sind diese schon wieder durch Neue ersetzt worden und ein gut bestücktes Gerätehaus versorgt den schönen großen Park, der alle Rathausgebäude umgibt.

Weiter ging die Fahrt nach Wutha-Schönau und wir waren pünktlich zum Backhausfest da. Das Backhaus und die Scheune mit dem Heimatmuseum liegen in idyllischer Lage zwischen Pfarrhaus und dem Kirchlein und ist hier ein traditionelles Fest. Wir machten uns es auf den Sitzbänken gemütlich und wer wollte, deckte sich gleich mit verschiedene Kuchen und Kaffee ein. Bierausschank gab es natürlich auch; es musste ja keiner fahren. Eine volkstümliche Kapelle mit Kastelruther Krawatten rundete das Ganze noch ab.
Wir warteten auf unseren Chorauftritt.
Stattdessen fing es leicht zum tröpfeln an, wurde immer stärker und verwandelte sich in einen Wolkenbruch, so dass wir alle dicht gedrängt in einem kleinen Zelt weiterfeiern mussten. Zu unserem Bedauern konnten wir unter diesen Umständen die gut vorbereiteten Chorlieder nicht mehr aufführen. Aber unser schönes „Hessenlied“ ist für jede Wetterlage gut und so besangen wir zum Abschluss in der trockenen Scheune noch schnell das schöne Hessenland.

Nun, das Backhausfest war ins Wasser gefallen und wir zogen einen früheren Aufbruch vor. Spontan entschlossen wir uns zu einem Kaffeetrinken in der Rimbergraststätte. Der westliche Abendhimmel zeigte uns einen hellen, sonnigen Streifen und zügig fuhren wir wieder der Heimat entgegen.

– Bericht von Regina Schimpf –

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